über mich / Portrait

(pour français, cf. ci-dessous)

 

Ulla Steffen
textile Kunstobjekte

 

Erst spät entdeckte ich die Möglichkeit, mich durch textile Stoffe auszudrücken, da mein Beruf weder mit Kunst noch mit Handarbeiten zu tun hatte. Allerdings habe ich mich schon sehr früh fürs Nähen, Stricken und später Sticken interessiert. Als mir dann vor einigen Jahren eine Patchwork-Zeitschrift in die Hände fiel, faszinierte mich die Möglichkeit, aus bunten Stoffteilen etwas Neues, Eigenes zu schaffen.

 

Der Anfang wurde mit Hilfe eines Buches gemacht, dann stellte ich aber bald fest, dass mir einiges an Werkzeug und deren fachgerechter Handhabung fehlte. In den Kursen, die Frau Haberland-Michel von “Country-Home”im Sauerland gab, merkte ich schnell, dass die Patchwork-Szene nicht nur spezielle Utensilien benötigt,, sondern auch eine eigene Sprache benutzt. Eine Zeit lang war ich damit beschäftigt, dies alles aufzunehmen und zu erproben , indem ich eine erkleckliche Anzahl von Decken und Wandbehängen anfertigte; dies geschah z.T. auch nur, um bestimmte Fertigkeiten auszuprobieren. Dabei beschränkte ich mich von Anfang an nicht entweder aufs Hand- oder aufs Maschinennähen, wie in der Patchwork-Szene oft propagiert wird, sondern machte die Technik vom Werk her fest.

 

Schließlich begann die zunächst noch unbewusste Suche nach weiteren Formen einer persönlichen Ausgestaltung in der Verarbeitung der Textilien und ich entdeckte mit der Quilt-Art bzw. der textilen Kunst  eine Möglichkeit der absolut freien Gestaltung was Form, Farbe und Herstellung betrifft. Der Besuch von renommierten Ausstellungen wie z.B. beim Carrefour Européen du Patchwork in Ste.-Marie.-aux-Mines und weitere Kurse bei bekannten Quilt-Art-Künstlerinnen wie Mirjam Pet-Jacobs, Dörte Bach,  Magit Amann von Glembotzki und Katie Pasquini Masopust erweiterten  meine Kenntnisse über Fertigungstechniken.

Es kamen das Färben (Kurse bei Heide Stoll-Weber), Drucken, der Transfer von Fotos, Auftragen von Acrylfarben,  etc. hinzu. Außerdem faszinierte mich zunehmend die Verwendung von gegensätzlich scheinenden Materialien wie z.B. Seide und Rupfen. In der folgenden Zeit kamen auch des Öfteren nicht- textile Materialien wie Papier, Zweige, Bast oder Leder und die Netze von Orangenbeuteln zum Einsatz. Alles wird erst einmal auf seine Eignung hin überprüft. Die  Dreidimensionalität eröffnete wieder ganz neue Möglichkeiten. Faszinierend finde ich auch das Bearbeiten der Stoffe mit Hitze oder Feuer, was ich bei Isabelle Wiessler praktiziert habe.. Mit jeder Erweiterung meiner Kenntnisse über die Möglichkeiten, die die Bearbeitung von textilen Stoffen bietet, wächst die Lust an Experimenten und die Herausforderung, meine Idee auch technisch umzusetzen.

 

Vorrangig arbeite ich “aus dem Bauch heraus”, lasse mich mal von einem Gedicht, einem Begriff, von Formen in der Natur, der Landschaften auf Reisen, von anderen Künstlern inspirieren. Oft ergeben sich aus  den Materialien die endgültige Komposition. Deshalb gebe ich meinen Bildern oder Objekten oft erst im Nachhinein Titel.  Die Überschriften, die unter den Werken zu finden sind, sollen den Betrachter aber nicht davon abhalten, seine eigenen Vorstellungen einzubringen. Jeder sollte den optischen Eindruck auf sich einwirken lassen, wie es seinem persönlichen Geschmack und seinen bisher gemachten Erfahrungen entspricht. Die  Werke wollen nicht unbedingt eine Botschaft vermitteln. Vorrangig ist die Freiheit meiner Kreativität, der ich keine Grenzen setze, auch wenn es manchmal Wochen dauert, bis ein Werk zu meiner Zufriedenheit fertig ist.

 

Inzwischen habe ich auf mehreren Einzel- oder Gemeinschaftsausstellungen Erfahrungen sammeln dürfen. Die Künstlergruppe “Kunstetage” in Lauenau hat mich in ihren Reihen aufgenommen und organisiert zweimal im Jahr eine Ausstellung. In diesem Jahr, 2014, gönne ich mir dort eine Auszeit.

Zusätzlich bietet sich mir seit kurzem als Mitglied des Künstlerforums Herford die Möglichkeit, meine Werke zu präsentieren: während der Offenen Ateliers, der Kulturnacht und nächstens auch bei weiteren Ausstellungen.

Seit Anfang 2014 bin ich ebenfalls Mitglied der GEDOK OWL.

 

 

 

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Ulla Steffen – mon chemin vers les objets textiles

 

La vocation de m’exprimer avec des matières textiles est relativement récente, puisque la couture n’avait aucun rapport avec mon métier. Mais elle m’intéressait déjà depuis mon enfance car ma mère m’y avait initiée.

 

J’ai commencé grâce à un livre spécialisé, mais j’ai dû constater très vite que sans l’aide d’un(e) initié(e) je n’irais pas loin. J’ai suivi des cours de patchwork traditionnel, où je m’occupais à reproduire des modèles que j’avais trouvés dans des livres ou des magazines et qui m’intéressaient.Cela m’a permis d’ apprendre les termes techniques et l’utilisation des outils de la matière patchwork.

 

Puis j’ai découvert l’art textile et un nouveau monde s’est alors ouvert à moi en ce qui concernait les possibilités et la liberté de création, de réalisation et de composition de couleurs et de matières.

 

Plusieurs visites au Carrefour européen du Patchwork à Ste-Marie-aux-Mines en Alsace et des Cours avec Dörte Bach, Mirjam Pet-Jacobs, Margit Amann von Glembotzki et Katie Pasquini Masopust, connues dans le monde du Quilt-Art, m’ont encouragée à faire des expériences sur la teinture, la peinture, la sérigraphie, l’utilisation de matières non-textiles, le transfert de photos, etc. Ainsi, l’ introduction des trois dimensions et des couleurs acryliques jouent un rôle assez important dans les oeuvres récentes. Pendant le processus de création je profite de toutes ces possibilités que m’offrent les techniques de l’art textile.

 

Jusqu’ici, tout en travaillant, je me laisse surtout inspirer par les matières. Mais aussi ce que je découvre pendant mes voyages, un poême, une pensée, influencent mes oeuvres qui ne transportent pas nécessairement un message. Elles devraient  inciter le spectateur à réfléchir.

 

A chaque fois, la composition et sa réalisation par la couture constituent une phase de méditation intense.

 

Puisque je remets la composition toujours de nouveau en question, la finition d’un travail demande quelquefois des semaines.

 

 

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